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Interview: «Das Jahr 2018 hält für unsere Dental-Händler etliche Herausforderungen bereit»

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Edmund Proffitt, neuer Executive Director des britischen Verbandes für die Dentalbranche (BDIA) (Foto: BDIA)
Dental Tribune International

By Dental Tribune International

Tue. 13. February 2018

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Der britische Verband für die Dentalbranche (British Dental Industry Association, BDIA) vertritt die britischen Hersteller, Anbieter und Händler von Medizinprodukten bereits seit 1923. Nun steht der Verband vor neuen Herausforderungen, deren Umfang und ungewisser Ausgang an die laufenden Brexit-Verhandlungen erinnern. Dental Tribune International hat mit Edmund Proffitt, dem neuen Executive Director der BDIA, darüber gesprochen, wie seine bisherigen Erfahrungen bei dem Verband ihm auch in seiner aktuellen Rolle zu neuen Erfolgen verhelfen, Im Artikel erklärt er, was sich die BDIA für das Jahr 2018 vorgenommen hat.

Welche Vision haben Sie als neuer Geschäftsführer der BDIA für den Verband?
Die BDIA ist die Stimme der Dentalbranche im Vereinigten Königreich. Meine Vision für unseren Verband ist es, die Zukunft unserer Branche auch weiterhin positiv zu gestalten. Wir arbeiten umfassend und effektiv mit Regulierungsbehörden, Ministerien, Politikern, Zahnmedizinern und Verbänden im gesamten Vereinigten Königreich, der EU und darüber hinaus zusammen, um die Interessen der Dentalbranche zu wahren und zu fördern. So können die Mitglieder der BDIA tun, was sie am besten können, und sich auf die Führung ihres Geschäfts konzentrieren.

Zuvor haben Sie als Policy and Public Affairs Director die Strategie des Verbandes mitentwickelt und dessen Öffentlichkeitsarbeit betreut. Wie verhilft Ihnen diese Erfahrung zu weiteren Erfolgen in Ihrer neuen Rolle?
In gewisser Weise war meine Arbeit als Policy and Public Affairs Director des Verbandes die perfekte Schule für die Spitzenposition. Ich konnte großartige Einblicke in die Branche, den Verband und – was noch wichtiger ist – die Mitglieder erlangen. Im Rahmen meiner Tätigkeit konnte ich mich mit den regulatorischen Rahmenbedingungen für zahnmedizinische Produkte vertraut machen und sprach direkt mit der britischen Regierung, EU-Behörden sowie Herstellern und Händlern von Dentalprodukten über Bestimmungen für Medizinprodukte. Außerdem hatte ich die wunderbare Gelegenheit, mit all den wichtigen Akteuren im zahnmedizinischen Bereich in Kontakt zu treten und Beziehungen aufzubauen, mit denen ich auch heute weltweit zusammenarbeite.

Welche Pläne hat die BDIA für das Jahr 2018, und welche Ziele verfolgt der Verband damit?
Die BDIA hat im Jahr 2018 sehr viel vor. Wir haben unsere Leistungen in die groben Kategorien Kommunikation, Gemeinschaft, Einblicke, Events, Unterstützung und Bildung aufgeteilt. Für jeden dieser Bereiche ist etwas geplant. Bald steht zudem der Launch unserer neuen Website an, die die Zusammenarbeit mit den Mitgliedern verbessern soll, sodass sozusagen eine Dental-Community entsteht. Zusätzlich haben wir unseren äußerst beliebten Lehrgang «Introduction to Dentistry» umfassend aktualisiert und werden diese Ressource überregional bewerben. Das ganze Jahr über sind vielfältige Mitglieder-Seminare, Konferenzen und Networking-Events geplant. Ich hoffe außerdem darauf, wieder einen BDIA-Golftag einführen zu können. Auch unsere mehrfach ausgezeichnete Werbekampagne setzen wir fort, mit der wir in der Dentalbranche auf die Gefahren aufmerksam machen, die durch gefälschte und nicht normgerechte zahnmedizinische Produkte entstehen können. Zusätzlich wollen wir einige neue Marktbereiche sowie Käuferdaten und -statistiken für unsere Mitglieder erschließen. Es gibt also jede Menge zu tun und viele Herausforderungen zu bewältigen.

Welche Herausforderungen sehen Sie in näherer Zukunft auf die britischen Dental-Händler zukommen? Wie werden Sie den Händlern dabei helfen, sich darauf vorzubereiten?
Das Jahr 2018 hält für unsere Dental-Händler etliche Herausforderungen bereit. Einige davon betreffen Händler in ganz Europa; andere finden sich nur im Vereinigten Königreich. Der Markt im Vereinigten Königreich ist äußerst anspruchsvoll und verändert sich ständig. Dazu gehören Veränderungen im Beschaffungsprozess des NHS als Folge der Einführung des Future Operating Models und der damit verbundenen flächendeckenden Einführung von GS1-Barcodes für Produkte, die an Kliniken des NHS geliefert werden. Wir konzentrieren uns auf neue Richtlinien, um die Anforderungen der Verordnungen für Medizinprodukte zu erfüllen. Zu diesen Akteuren gehören auch Händler von Dentalprodukten. Außerdem prüfen wir, welche anderen Auswirkungen die Verordnungen für Medizinprodukte auf die Händler haben, zum Beispiel in Hinblick auf die Fertigung direkt in der Praxis und auf individuelle Herstellung. Zusätzlich helfen wir unseren Mitgliedern, sich auch hinsichtlich der Qualitätssicherung mit der Datenschutz-Grundverordnung und den Änderungen an ISO 13485:2016 vertraut zu machen.

Noch eine Frage zum Brexit: Wie bewerten Sie die laufenden Brexit-Verhandlungen, und welche möglichen Konsequenzen sehen Sie für den zahnmedizinischen Markt im Vereinigten Königreich?
Ich denke, gegenwärtig ist unsere Lage etwas besser als die einiger anderer Branchen im Vereinigten Königreich. Immerhin haben uns einige Minister der britischen Regierung zugesichert, dass Kontinuität bei der Regulierung von Medizinprodukten und Pharmazeutika Priorität hat. Wir stehen noch relativ am Anfang des Prozesses, doch die Regulierung von Medizinprodukten ist bereits Teil der britischen Gesetzgebung, die für nach dem Brexit geplant ist. Wir hoffen, dass alle Parteien Vernunft annehmen können. Unsere Hoffnung ist, dass Normen sowie benannte Stellen gegenseitig anerkannt werden und ein einfacher grenzüberschreitender Handel mit zahnmedizinischen Produkten, anderen Medizinprodukten und Pharmazeutika möglich sein wird. Eine fehlende Übereinkunft, ein «harter» Brexit oder ein ähnliches Ergebnis würde zweifellos alle Prozesse deutlich komplexer und zeitaufwändiger gestalten. Davon würden weder unsere Patienten noch unsere Kunden profitieren, und es hätte starke Auswirkungen auf die Produktverfügbarkeit, klinische Wahlmöglichkeiten und Kosten.

Sie sind bereits seit längerer Zeit Mitglied der Association of Dental Dealers in Europe, des europäischen Dentalhändler-Verbandes. Wie wichtig ist eine geeinte europäische Stimme für die BDIA?
Ich würde sagen, dass eine geeinte europäische Stimme in Zukunft wichtiger sein wird als je zuvor. Wir wollen dem regulatorischen Herzstück Europas so nahe wie möglich sein, sowohl in der Zeit vor als auch nach dem Brexit. Als Teil eines europäischen Verbandes können wir zu dieser geeinten Stimme beitragen und in engem Kontakt mit unseren Händlerkollegen in ganz Europa bleiben.

Vielen Dank für das Interview.

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